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Aktuelle Marktlage
Der Leiterplattenmarkt steht derzeit unter einem Preis- und Verfügbarkeitsdruck, wie wir ihn seit Jahren nicht gesehen haben. Nachfolgend informieren wir Sie offen über die Ursachen und darüber, wie wir Ihre Versorgung weiter aufrechterhalten.
Was am Markt passiert
Zwei Entwicklungen treiben den Markt gleichzeitig. Zum einen zieht der Ausbau von KI-Rechenzentren weltweit Rohstoffe ab, die auch in Standardleiterplatten stecken, vor allem Kupfer und Glasgewebe. Zum anderen sorgen die Nachwehen des Krieges im Iran weiterhin für Engpässe an den Rohstoffmärkten. Neben Öl sind dadurch auch Schwefelsäure und Harze knapp. Der Kupferpreis liegt zudem rund 30 Prozent über dem Vorjahresniveau und markierte Anfang 2026 ein Allzeithoch.
Der Mechanismus, der oft übersehen wird: Die Knappheit beginnt bei den Hochleistungsmaterialien für KI-Hardware, greift aber auf das Standardsegment über, weil beide aus derselben Fertigung kommen. Beim Glasgewebe stellen die Webereien ihre Kapazität auf die margenstarken Spezialgläser für Hochgeschwindigkeitslagen um, wodurch auch das Standard-E-Glas für FR4 knapp wird. Bei der Kupferfolie passiert dasselbe: Die Hersteller priorisieren die verlustarme HVLP-Folie für High-Speed-Anwendungen, sodass die Standardfolie ins Hintertreffen gerät.
Hinzu kommen chinesische Exportquoten auf E-Glas und Preiserhöhungen über die gesamte Produktlinie. Der Bedarf entsteht also am oberen Ende, der Engpass trifft am Ende alle.
Der Sonderfall Harz: Anfang April geriet der Petrochemiekomplex in Jubail, Saudi-Arabien, nach einem Raketenangriff in Brand und stoppte die Produktion. Die Raketen wurden abgefangen, herabfallende Trümmer entzündeten jedoch den Komplex. Der Betreiber SABIC liefert rund 70 Prozent des weltweit verfügbaren hochreinen PPE-Harzes.
Wichtig dabei: Dieses Harz wird vor allem für echte High-Speed- und Low-Loss-Laminate benötigt, etwa in KI-Servern, 5G und Radar, kaum für Standard-FR4. Anders als bei Glas und Kupfer gibt es hier keinen Übertragungseffekt auf das Standardmaterial, weil im FR4 schlicht kein PPE-Harz steckt. Der Harzausfall trifft also gezielt die Hochfrequenztechnik, während FR4 vor allem über Kupfer, Glas und allgemein knappes Epoxidharz unter Druck steht.
Was sich am Markt verändert hat: Der Markt ist damit nicht nur teurer geworden, sondern in Teilen auch unflexibler. Einige Basismaterialhersteller nehmen Bestellungen für Standardware mit Enddicken über 1,2 mm und Kupferstärken über 35 µm kaum noch an. Solche Aufbauten sind meist keine Innenlagen und binden überproportional Material, weshalb die Hersteller ihre Kapazität auf das margenstärkere Innenlagengeschäft lenken. Materialien wie 1080-Prepreg und bestimmte Kupferfolien sind zudem zeitweise nur noch eingeschränkt verfügbar.
Was das für die Preise bedeutet
Was wir jetzt gemeinsam tun können
Vorausdisponieren können wir nicht, dafür braucht es echte Bestellungen. Gemeinsam gibt es aber mehrere wirksame Hebel.
Wann sich die Lage entspannt
Die Zweiteilung: Hier hilft die oben beschriebene Zweiteilung bei der Betrachtung. Die kriegsbedingten Effekte lösen sich bereits: Im Iran zeichnet sich Entspannung ab, die Ölpreise fallen, und der Harz-Engpass bei SABIC dürfte ab dem ersten Quartal 2027 nachlassen.
Der Grundtrend: Der strukturelle Druck aus dem Ausbau der KI-Rechenzentren bleibt dagegen, solange er Kupfer und Glasgewebe bindet. Kurzfristige Engpässe entspannen sich also, der Grundtrend nicht.
Diese Einordnung beruht auf unserem eigenen Lieferantennetz und laufender Marktbeobachtung sowie externen Pressequellen.
Kontaktieren Sie uns gerne unter kontakt@leiton.de. Wir besprechen Ihre konkrete Situation und finden den passenden Weg.