Leiterplatten bis 8 mm
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Superdicke Leiterplatten in Sonderdicke bis 8 mm, mehrfach verpresste Multilayer für Prüftechnik, Einpresstechnik und Mechanik
Superdicke Leiterplatten: Sonderdicke bis 8 mm
Starre Leiterplatten fertigt Leiton in einer nahezu übergangslosen Bandbreite bis 8,0 mm Dicke. Die Sonderdicken entstehen durch Mehrfachverpressung. Der Lagenaufbau wird in mehreren Presszyklen individuell auf die Zieldicke laminiert. Dafür steht ein dauerhaft verfügbares Lager mit hunderten Materialtypen bereit. Es kombiniert verschiedene Kupferdicken mit Eigenschaften wie hoher Glasübergangstemperatur (Hoch-Tg) und hoher Kriechstromfestigkeit (CTI, Comparative Tracking Index).
Der Engpass liegt nicht im Material, sondern in der Anlagentechnik. Galvanik, Bohrmaschinen und Transportsysteme üblicher Fertigungslinien sind meist auf eine Durchlaufdicke von 4 mm ausgelegt, selten 6 mm. Leiterplatten über 4 mm sind deshalb bei den meisten Herstellern nicht produzierbar, bei 8 mm steigen fast alle aus. Leiton fertigt diese Dicken auf Sonderanlagen.
Eine ehrliche Einordnung gehört dazu. Sonderdicke kostet Zeit und Geld. Mehrfachverpressung und Tieflochbohren verlängern die Fertigung. Das Aspektverhältnis (Aspect Ratio) begrenzt die kleinste durchkontaktierte Bohrung. Wer die Dicke weder mechanisch noch elektrisch braucht, fährt mit Standarddicken günstiger.
Wann verwendet man Leiterplatten in Sonderdicke?
Sonderdicke ist die richtige Wahl, wenn die Leiterplatte mechanische Aufgaben übernimmt. Trägt die Leiterplatte schwere Bauteile oder ersetzt sie als Konstruktionselement eine separate Trägerplatte, ist Sonderdicke die passende Lösung. Braucht Durchsteckmontage (THT, Through Hole Technology) massive Lötverbindungen, ergeben lange durchkontaktierte Hülsen großflächige, mechanisch hochbelastbare Lötstellen.
Umgekehrt gilt: Geht es nur um Steifigkeit bei kleinen Formaten, reichen oft 2,4 oder 3,2 mm aus dem Standardprozess. Sonderdicke ist keine Hochstromlösung. Die Stromtragfähigkeit bestimmt der Kupferquerschnitt, nicht die Plattendicke. Eine 8 mm dicke Platine mit 35 µm Außenlagenkupfer trägt nicht mehr Strom als eine Standardplatine. Für reine Stromaufgaben sind Dickkupfer auf Standarddicke oder eine Busbar die passenden Lösungen.
Anwendungen
Abgrenzung: Sonderdicke gegen Alternativen
Sehr dicke Leiterplatten konkurrieren mit Lösungen, die Mechanik und Elektrik trennen. Die Matrix zeigt die Einordnung.
| Lösung | Typischer Einsatz | Wann die richtige Wahl |
|---|---|---|
| Leiterplatte in Sonderdicke (Leiton, bis 8 mm) | Elektrik und Mechanik in einem Bauteil: tragende Baugruppen, Einpresstechnik, Prüfadapter, massive THT-Lötverbindungen. | Wenn die Leiterplatte selbst Trägerfunktion übernimmt, Einpresszonen Halt brauchen oder lange Bohrhülsen mechanisch belastbare Lötstellen liefern sollen. |
| Standarddicke auf Trägerplatte (Aluminium, Stahl) | Elektronik bleibt Standard, Mechanik wird separat gelöst. | Wenn ein zusätzlicher Montageschritt akzeptabel ist und die Leiterplatte elektrisch Standard bleiben kann. |
| Dickkupfer auf Standarddicke | Hohe Ströme ohne mechanische Anforderungen. | Wenn es nur um Stromtragfähigkeit geht, nicht um Steifigkeit oder Bauhöhe. |
Vorteile
Wichtige Hinweise:
Für durchkontaktierte Bohrungen gilt ein Aspektverhältnis von 1:8. Die kleinste DK-Bohrung (durchkontaktierte Bohrung) ergibt sich aus Platinendicke geteilt durch 8. Bei 8 mm Dicke sind das minimal 1,0 mm, bei 4 mm entsprechend 0,5 mm. Mehrfachverpressung und Tieflochbohren verlängern die Lieferzeit gegenüber Standarddicken spürbar. Die Kosten liegen über Standard. Ritzen (V-Cut) ist bei Leiterplatten über 3mm nicht möglich, so tief reicht der Ritzprozess nicht. Die Kontur wird gefräst.
Bei der Bestückung ist die hohe thermische Masse zu beachten. Lötprozesse und Vorheizung sind anzupassen. Konformitätsnachweise wie RoHS und REACH sind auf Anfrage möglich.
Sonderdicke anfragen und kalkulieren
Was wir für eine belastbare Anfrage brauchen: Zieldicke mit Toleranz, Lagenzahl und Kupferaufbau, kleinste durchkontaktierte Bohrung, Abmessungen, Materialanforderungen (Tg, CTI), Stückzahl und Gerberdaten oder ein vergleichbares Format (ODB++, KiCAD, Eagle etc.). Auf Wunsch prüfen wir den Lagenaufbau und schlagen Alternativen vor, wenn Standarddicke oder Dickkupfer die Anforderung günstiger löst.
Sonderdicken fertigt Leiton in Asien, mit Qualitätsprüfungen nach deutschem Standard. Projekte ordnet Leiton je nach Preis, Lieferzeit und Technologie passend ein, vom Prototyp bis zur Serie. Warum Leiton: Sonderanlagen bis 8 mm Durchlaufdicke, dauerhaft verfügbares Materiallager mit hunderten Typen, technische Beratung am Lagenaufbau, CAM-Prüfung (CAM, Computer Aided Manufacturing, Aufbereitung und Prüfung der Fertigungsdaten) und persönliche Erreichbarkeit.
Der Industriestandard liegt bei 1,6 mm, übliche Fertigungsprozesse decken bis etwa 3,2 mm ab. Ab 4 mm endet bei den meisten Herstellern die Anlagenfähigkeit, dort beginnt die Sonderdicke. Leiton fertigt starre Leiterplatten bis 8,0 mm.
Die Durchlaufdicke der Anlagen begrenzt: Galvanik, Bohrmaschinen und Transportsysteme sind üblicherweise auf 4 mm ausgelegt, selten auf 6 mm. Dicken bis 8 mm erfordern Sonderanlagen, die nur wenige Fertigungen besitzen. Das Material selbst ist nicht der Engpass.
Für durchkontaktierte Bohrungen gilt das Aspektverhältnis 1:8, also kleinste DK-Bohrung gleich Platinendicke geteilt durch 8. Bei 8 mm Dicke sind das 1,0 mm, bei 6 mm sind es 0,75 mm, bei 4 mm sind es 0,5 mm. Kleinere Bohrungen lassen sich in dieser Tiefe nicht mehr zuverlässig galvanisieren.
Sonderdicken über 3,2mm entstehen durch das Verpressen von mehreren Standardmaterialien. Dazu kommen Tieflochbohren mit reduzierten Geschwindigkeiten und langsameres Konturfräsen. Jeder dieser Schritte kostet Durchlaufzeit, deshalb liegt die Lieferzeit spürbar über Standarddicken.
Vom Materialeinsatz (Dicke mal Fläche), von Bohrzeit und Werkzeugverschleiß beim Tieflochbohren sowie von Lagenzahl, Format und Stückzahl. Belastbare Preise ergeben sich aus dem Lagenaufbau, nicht aus Pauschalwerten.
Die hohe thermische Masse. Die Platine zieht beim Löten viel Wärme. Reflow-Profile und Vorheizung sind anzupassen. Beim THT-Löten sind Selektivlöten mit angepasster Vorheizung oder Handlöten mit ausreichender Leistung üblich. Das ist beherrschbar, muss aber im Prozess eingeplant werden.
Die Sonderdicke wird aus Standard-Basismaterialien verpresst. Damit sind die Eigenschaften des Lagersortiments kombinierbar, etwa Hoch-Tg, hoher CTI und verschiedene Kupferdicken. Die maximale Kupferdicke liegt im Bereich 200 µm. Auch durchkontaktierte Multilayer sind in Sonderdicke möglich.